14.01.11 | IHK: Ratingen trumpft auf

Die Stadt Ratingen gehörte beim Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) Düsseldorf zu den meist genannten Kommunen. Die Wirtschaftsförderung hat offenbar den nächsten dicken Fisch an der Angel.

Ratingen/Düsseldorf Ratingen - immer wieder Ratingen. Beim großen Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) Düsseldorf gehörte die Stadt zweifellos zu den meistgenannten Kommunen. Mehr als 1000 Gäste diskutierten sehr angeregt über neue Jobs und den kraftvollen Aufschwung der Wirtschaft. IHK-Präsident Professor Ulrich Lehner hatte in seiner Rede die Stadt sehr genau im Blick und wohl auch bewusst genannt: Ratingen als frisch ausgezeichneter Top-Standort unter den Mittelstädten in NRW profitiere vor allem von der Nähe zum Flughafen.

Insgesamt wurde beim Treffen im Maritim-Hotel klar: Die Region zwischen Rhein und Ruhr rückt immer näher zusammen. Und Unternehmen, die in Städten mit extrem hohen Gewerbesteuer-Hebesätzen beheimatet sind, schauen sich intensiv nach neuen Standorten um - und landen möglicherweise in der Dumeklemmerstadt.

Reiner Heinz, Abteilungsleiter Wirtschaftsförderung bei der Stadt, ließ am Rande der Veranstaltung durchblicken, dass man möglicherweise einen dicken Fisch an der Angel habe - ein Industrieunternehmen aus dem Ruhrgebiet, das mit dem Gedanken spielt, seinen Sitz in eine andere Stadt zu verlegen.

Gespräche habe es bereits auf der Expo Real in München gegeben, berichtete Heinz. Ein Projektabwickler sei der Ansprechpartner, eine Entscheidung sei zeitnah zu erwarten. Die Stadt könne geeignete Standorte anbieten - zum Beispiel in Ost und Tiefenbroich.

Heinz schränkte allerdings ein: Nicht jedes Jahr könne man gleich reihenweise Ansiedlungskracher präsentieren.

Was ihn freut: Makita, der japanische Hersteller von Werkzeugen, ist wieder in Ratingen - und zwar am Breitscheider Weg/An den Dieken in Lintorf. Und im März soll die neue Zentrale von DKV Euro Service an der Balcke-Dürr-Allee bezogen werden.

Der Kreis Mettmann bleibt eine attraktive Wirtschaftsregion mit Ratingen als Top-Standort - dies ist die Botschaft, die hinter dem aktuellen Mittelstädteranking der IHK steckt (die RP berichtete bereit). "Ratingen und Langenfeld liegen landesweit an der Spitze", betonte IHK-Geschäftsführer Dr. Ulrich Biedendorf.

Hintergrund: Die IHK hat Datenmaterial für insgesamt 139 große und kleine Mittelstädte in Nordrhein-Westfalen aufgearbeitet. Die statistischen Merkmale wurden zu wirtschaftsrelevanten Themenblöcken wie Verkehr, kommunale Finanzen und Wirtschaft zusammengefasst.

Für das überwiegend gute Abschneiden der Städte im Kreis Mettmann seien die guten Infrastrukturbedingungen verantwortlich. Das dichte Autobahnnetz, die Nähe zu den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn sowie die überregionalen Bahnverbindungen in den benachbarten Großstädten sorgten für eine gute Erreichbarkeit und Anbindung der Unternehmen. Für Ratingen bedeutet das in dieser Kategorie den ersten Rang; mit Erkrath, Wülfrath, Langenfeld und Haan würden vier weitere Städte aus dem Kreis Mettmann unter den Top 20 in NRW liegen, hieß es.

Die Städte Langenfeld, Haan, Ratingen und Hilden hätten durch solide Stadtfinanzen (geringe steuerliche Hebesätze, eine geringe oder gar keine Pro-Kopf-Verschuldung sowie eine hohe Steuereinnahmekraft) überzeugt - was landesweit für eine Platzierung unter den besten zehn Mittelstädten in dieser Kategorie sorgte.

Im Themenblock Wirtschaft zeige sich der Kreis Mettmann gespalten: Während Ratingen, Langenfeld und Hilden erneut vordere Plätze belegen konnten, fanden sich vor allem niederbergische Städte in der zweiten Platzierungshälfte wieder.

IHK-Fazit: Unter den Top Ten belegten Ratingen und Langenfeld die Plätze 1 und 2, gefolgt von Hilden (5) und Haan (6). Heiligenhaus landete auf Rang 54.

Info: Gäste aus Ratingen: Zu den Gästen beim Neujahrsempfang gehörten neben vielen anderen Besuchern aus Ratingen Bürgermeister Harald Birkenkamp, CDU-Landtagsabgeordneter Dr. Wilhelm Droste, Abdeljalil Charaf-Eddine (Astoria Hotel), Dr. Axel Mauersberger, Olaf Tünkers (beide Unternehmensverband Ratingen) und RMG-Geschäftsführer Frank Rehmann.

Quelle: Rheinische Post, Ausgabe Mittwoch, 12.01.2011, von Norbert Kleeberg

<- Zurück zu: Aktuelle