31.03.11 | Coca-Cola in der Ökokiste

Das Gebäude des Getränkeherstellers auf dem Balcke-Dürr-Areal ist die dritte Büroimmobilie in Deutschland, die mit dem höchsten Öko-Siegel ausgezeichnet wurde.

Ratingen-Ost Das Coca-Cola-Gebäude hat es in sich: Die neue Marketing-Zentrale des Getränkeherstellers ist ein richtiges "Öko-Haus" - auch, wenn man das nicht sofort sieht. Es ist, schenkt man der US-amerikanischen Zertifizierungsgesellschaft Glauben, das grünste Bürohaus in NRW. Deutschlandweit gibt es nur drei Gebäude, die den strengen Platin-Anforderungen des US Green Building Council entsprechen - den wohl höchsten in dieser Branche. Soeben gab es für den von RS Partner an der Balcke-Dürr-Allee errichteten Bau offiziell die Platin-Plakette. Erst seit kurzer Zeit gibt es auch eine deutsche Norm der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) - zu spät für Coca-Cola.

Für die Bauherren von RS Partner, Ulrich Kosche und Dieter Raudonat, ist es bereits die zweite Hightech-Kiste nach dem ComputaCenter-Gebäude direkt gegenüber. Doch während die Computerfirma Wert auf Kommunikation und Kühlungen für die PC gelegt hat, hatte Coca-Cola extrem strenge Vorgaben in Sachen Umweltschutz gemacht: Man will sich werbewirksam als nachhaltiges Unternehmen darstellen.

Die Platin-Plakette macht die Bauherren stolz. Auch wenn derartige Vorgaben bei den künftigen Bauten auf der ehemaligen Industriebrache wohl nicht mehr gefordert seien dürften: Das Finanzamt, da sind sich Kosche und Raudonat sicher, werde wohl nicht auf eine derartige teure Bauweise und Technik bestehen - falls sich das Land überhaupt für diesen Standort entscheidet (RP berichtete).

Material und Handwerker

Schon beim Bau habe man auf den Energie-Einsatz bei Materialien und deren Herkunft achten müssen, sagte Kosche. Es musste recycelbar sein, durfte nicht aus großen Entfernungen herangekarrt werden, und auch die Baufirmen hatten gefälligst aus Ratingen oder aus dem direkten Umkreis zu kommen, so Raudonat. Keine leichte Aufgabe für Projektentwickler, die sonst vor allem auf den Preis achten müssen.

Außen und innen ist alles auf einen möglichst geringen Energieverbrauch ausgelegt: Die Tiefgarage hat zwei Ein- und Ausfahrten, um eine zusätzliche Belüftung zu sparen, das Dach ist extensiv begrünt, der alte Baumbestand wurde laut Zertifizierungsurkunde geschützt und der Strom für das Zwei-Scheiben-Haus mit 7300 Qudratmeter Fläche kommt zu 100 Prozent aus regenrativen Energien.

In diesem "politisch korrekten" Gebäude sorgen Sensoren dafür, dass frühmorgens, wenn schon die Sonne scheint, aber noch niemand arbeitet, die Sonnenrollos automatisch aufgehen, um Strahlungswärme ins Gebäude zu lassen. Im Sommer ist es umgekehrt, um die Klimaanlage zu schonen.

Bewegungsmelder sorgen dafür, dass Licht nur dann eingeschaltet wird, wenn es auch wirklich gebraucht wird. Selbst die Wasserhähne sind spezielle Sparmodelle. Das Zwei-Scheiben-Haus, das anstelle des ursprünglich geplanten Ellipsen-Hochhauses errichtet wurde, ist voll vermietet. Neben Coca-Cola sind im zweiten Gebäude unter anderem eingezogen: Quantum, SKF Competence Center, Tulip Food Company, Bistro EssArt, Connect Chemicals GmbH und die Nemetschek Crem Solutions GmbH & Co. KG.

125 Jahre Coca-Cola

In diesem Jahr wird Coca-Cola 125 Jahre alt. Apotheker John Stith Pemberton entwickelt am 8. Mai 1886 in Atlanta einen Sirup gegen Kopfschmerzen und Müdigkeit. Gemixt mit Sodawasser entsteht aus der Rezeptur Coca-Cola, ein erfrischendes Getränk, das innerhalb kurzer Zeit zum Renner bei den Verbrauchern wird.

Für nur 2300 Dollar erwirbt der Unternehmer Asa G. Candler zwei Jahre später die Rechte an Coca-Cola. Er glaubt an die Marke und gründet 1892 in Atlanta die The Coca-Cola Company. Infos: www.cceag.de

Quelle: von Joachim Preuss, Rheinische Post vom 31.03.2011
Foto:    von Achim Blazy, Stolz auf die Platin-Plakette für die Coca-Cola-Verwaltung: Ulrich Kosche von RS Partner

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